25. November 2017

Das Jahr 2015

Ein Jahr voller Aufstiege, Niedergänge und überführter Ideale

Dieses Jahr belehrt uns eines Besseren und wirft festgefahrene (Vor-)Urteile über Bord: Box-Legende Klitschko steht ratlos im Ring, „Angie“ mimt die Galionsfigur Europas, eine Stimmen-Sammlerin erhält den Literaturnobelpreis und VW löst sich im eigenen Dunstkreis auf.

Rückblick

Politik

Angela Merkel: „Person of the Year“

Seit 1927 kürt das US-amerikanische Nachrichtenmagazin „Time“ die einflussreichsten Persönlichkeiten des Weltgeschehens. In ihrem 10. Jahr als Kanzlerin hebt es Merkel in eine Liga mit Berühmtheiten wie Mahatma Ghandi und Martin Luther King.

„Weil sie ihrem Land mehr abverlangt hat, als es die meisten Politiker wagen würden, für ihren Einsatz gegen Tyrannei und Opportunismus und für ihre standhafte moralische Führung in einer Welt, in der es an einer solchen mangelt“, lautet die Begründung der Redaktion, die Merkel angesichts ihrer Haltung in Sachen Euro-, Ukraine- und Flüchtlingskrise  zur „Chancellor of the Free World“ stilisiert.

 

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Wirtschaft

Abgasskandal bei Volkswagen

Der Konzernriese gibt zu, Abgas- und Verbrauchswerte seiner Diesel-Fahrzeuge über eine illegale Abschalteinrichtung in der Motorsteuerung manipuliert zu haben. Weltweit rauchen über 11.000 Fahrzeuge der Marken VW, Audi und Porsche über dem Limit.

Der Aufschrei kam von der US-Umweltbehörde „Environmental Protection Agency“. Sie erkannte die bis zu 40-mal höheren Werte als Methode. Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn löste sich im aufgestauten Rauch zügig auf. Neben unzufriedenen Kunden und rückläufigen Verkaufszahlen drohen VW kostspielige Klagen wegen Verstößen gegen das Klimaschutzgesetz.

 

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Sport

Ende einer Ära: Klitschko verliert WM-Titel

Nach 9,5 Jahren wird Box-Gigant Wladimir Klitschko bezwungen. Ungestüm ringt ihm der jüngere Brite Tyson Fury seine WM-Gürtel (IBF, WBO, WBA) ab.

„Ich habe nicht geglaubt, dass er das schafft“, gesteht der Ex-Champion. Neben unzähligen Treffern kassiert er in Runde 5 einen Cut unter dem linken Auge und nach Endrunde 12 die Punkt-Sieg-Niederlage. Für Herausforderer Fury ist in der Düsseldorfer Arena vor 45.000 Zuschauern „ein Traum wahr geworden“, den er mit einem Ständchen aus dem Ring für seine Frau krönt.

 

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Feuilleton

Swetlana Alexijewitsch erhält Literaturnobelpreis

Die als Favoritin gehandelte 67-jährige Weißrussin erhielt den mit rund 860.000€ dotierten Preis laut Nobelkomitee Favoritin„für ihr vielstimmiges Werk, das dem Leiden und dem Mut in unserer Zeit ein Denkmal setzt.“

 

Quelle ihres Schaffens sind Gespräche mit Menschen, die zu zerbrechen drohen – an den Folgen Tschernobyls, Afghanistans, dem Scheitern der Sowjetunion … Als „Chronistin des Leidens“ verschafft Alexijewitsch den Stimmen in poetischen Collagen aus Zeitzeugenberichten Gehör. Der Preis der Königlich-Schwedischen Akademie der Künste ist 2015 ein politisches Symbol.

 

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